5 Herzen / Rezension

“Nevernight – Die Prüfung”

Nevernight – Die Prüfung

1/3
Jay Kristoff verbrachte den Großteil seiner Jugend mit einem Haufen Bücher und zwanzigseitiger Würfel in seinem spärlich beleuchteten Zimmer. Als Master of Arts verfügt er über keine nennenswerte Bildung. Er ist zwei Meter groß und hat laut Statistik noch 13.020 Tage zu leben. Zusammen mit seiner Frau und dem faulsten Jack-Russell-Terrier der Welt lebt er in Melbourne. Jay Kristoff glaubt nicht an Happy Ends. Quelle

„Die Prüfung“ ist der 1.Teil  der „Nevernight Trilogie“.

Erster Satz:
„Wenn Menschen sterben, scheißen sie sich oft in die Hosen.“

Klappentext:
Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, die Helden fürchten.

»Nevernight« ist der erste Roman einer neuen bildgewaltigen und epischen Fantasy-Serie von »New York Times«-Bestseller-Autor Jay Kristof.

In einer Welt mit drei Sonnen, in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes,  sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.

Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …

Nach dem zusammen mit Amie Kaufman verfassten Science-Fiction-Roman »Illuminae« ist »Nevernight« der neueste Geniestreich von Jay Kristoff: für die Leser von Anthony Ryan, Patrick Rothfuss und Sarah J. Maas.

Cover:
Das Cover finde ich ziemlich cool und mich persönlich hat es total angesprochen. Zu sehen ist die Gestalt eines jungen Mädchens, ganz in schwarz gehüllt. Hinter ihr ragen schwere dunkle Schatten auf und eine schwarze Katze sitzt neben ihr. Dazu der wunderbare Titel. Toll finde ich vor allem, dass ich mir im Nachhinein das Cover sehr gut erklären kann und es noch besser zum Buch passt, als eigentlich gedacht. Ich mag es wirklich sehr und finde, dass es toll die Atmosphäre des Buches widerspiegelt. Außerdem finde ich es sehr schön, dass das Cover zum zweiten Teil  so gut zum ersten passt! Ein wirklich sehr gelungenes Cover.

Meinung:
Die Geschichte wird uns aus Sicht von Mia Corvere erzählt, die bereits in jungen Jahren einen schweren Schicksalsschlag erleiden musste. Aufgewachsen als hochgeborene Tochter von  Justicus Darius Corvere muss sie erleben, wie ihr Vater des Hochverrats an der Itreyanischen Republik beschuldigt und gehängt wird. Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden auch ihre Mutter und ihr kleiner Bruder gefangen genommen. Mia selbst soll von Soldaten ertränkt werden, doch sie kämpft und ihrer größten Not kommen die Schatten zu ihr und retten ihr das Leben. Fortan ist sie ein Kind der Schatten, eine Dunkelinn, die nur ein Ziel kennt: Rache an den Männern, die ihre Familie zerstört haben.
„Unter fremdem Namen wird sie vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …“ (Klappentext).
Mia Corvere ist keine typische Protagonistin und erfüllt keinerlei Klischees. Gerade das hat sie mir so sympathisch gemacht, dass ich gar nicht anders konnte, als sie in mein Herz zu schließen und mit ihr mitzufiebern. Viel zu früh verliert sie auf brutalste Weise ihre gesamte Familie und kommt selbst nur knapp mit dem Leben davon. Hat sie zuvor ein Leben ohne Sorgen geführt, ändert sich das schlagartig. Vergessen sind Wohlstand und eine sorgenfreie Zukunft. Unter anderem Namen, bettelarm und mit gebrochenem Herzen wird sie von Mercurio großgezogen, der sie fortan zur Assassinin ausbildet. Ihr ständiger Begleiter ist Herr Freundlich, die Schattenkatze, die ihre Angst trinkt und sie zu  einer Dunkelinn macht. Als Mia sich auf den Weg zur geheimen Enklave der Roten Kirche macht, scheint sie ihrer Rache an den Männern, die ihre Familie ermordet haben, zum Greifen nahe …
Mia ist sehr leidenschaftlich und temperamentvoll, was sie oft erst handeln und dann nachdenken lässt. Auch kann sie ihr Mundwerk nur schwer im Zaum halten, aber gerade das macht sie mir so sympathisch. Sie setzt alles daran, um ihrer Rache nachzukommen und bringt dafür große Opfer. Fest entschlossen, knallhart und schlagfertig macht sie sich auf den Weg. Sie ist nicht nett, launisch und hat eine sehr rüpelhafte Art an sich, was mich aber oft zum Schmunzeln brachte. Obwohl sie immer wieder beteuert, niemanden zu mögen und keinen an sich heran zu  lassen, ist sie doch die einzige Assassinin, die ein viel zu großes Herz hat und Mitgefühl zeigt. Im Verlauf der Geschichte lernen wir Mia, ihrer Vergangenheit und ihre Beweggründe immer besser kennen. Auch Mia erfährt mehr und mehr, wer sie ist, was es heißt, eine Dunkelinn und Assassinin zu sein und muss sich entscheiden, wer sie zukünftig sein will. Ich mochte ihre Entwicklung sehr und bin total gespannt, was wir in den nächsten beiden Bänden von ihr sehen werden. Denn Mia ist keine Heldin im klassischen Sinne. Vielmehr eine Antiheldin mit einem großen Mundwerk, Dunkelheit in sich und einer gewaltigen Aufgabe. Ich bin ein Mia-Fan.
Auch die übrigen zahlreichen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Der Autor lässt jede Menge Charaktere entstehen, die in Mias Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Rolle spielen. Man lernt stetig neue Personen kennen und erst hatte ich das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Aber der Autor schafft es ganz wunderbar, alle miteinander zu verweben, jedem genügend Raum zu geben und wirklich sehr interessante, kreative und abwechslungsreiche Charaktere zu erschaffen. Sei es nun Herr Freundlich, die Schattenkatze, Tric, der Mias Herz höher schlagen lässt oder Ashlinn, die Kriegerin mit blonden Zöpfen. Alle Charaktere müssen in diesem Band alles geben, über sich hinaus wachsen und alles daran setzen, um bei der Roten Kirche zu überleben. Je weiter wir im Buch fortschreiten, umso mehr erfahren wir über die einzelnen Charaktere und umso mehr wachsen sie zusammen. Ich bin gespannt, wie sie sich im nächsten Teil machen werden. Die Charaktere verleihen der Geschichte genau die richtige Dynamik.

„Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, die Helden fürchten.“

Der Weltenwurf ist wirklich sehr vielfältig, facettenreich und wunderbar düster. Der Autor hat die Welt, in der wir uns mit Mia befinden, sehr gut ausgearbeitet, sodass ich sie mir mühelos vorstellen konnte. Von der umfangreichen Mythologie, den verschiedenen Ländern, Kulturen, Sitten und Bräuchen, den Legenden, den Systemen und Armeen bis hin zu den unterschiedlichsten Menschen war alles sehr gut durchdacht, in sich schlüssig und fügte sich perfekt in das Gesamtgeschehen der Welt ein. Zusammen mit Mia tauchen wir ein in das Leben im Dienste der Roten Kirche und lassen uns zur Assassinin – zur Klinge –  ausbilden. Mir hat die Enklave sehr gut  gefallen mit ihren verschiedenen Unterrichtsfächern, der Gnadenlosigkeit und dem dunklen Dienst an der Göttin des Todes. Auch den Aspekt der Dunkelinn und den Schattenbegleitern hat mir sehr gut gefallen. In ihrer größten Not ging Mia die Verbindung mit der Dunkelheit ein und machte sie seitdem zu etwas ganz besonderem, etwas Dunklem. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel erzählen, um nicht zu spoilern, aber für mich war es eine sehr erfrischende Idee, die ich mit Spannung verfolgt habe. Ich bin sehr neugierig, was wir noch erfahren werden.

„Nevernight“ besticht für mich mit seiner wunderbar düsteren Atmosphäre, der harten und brutalen Welt und der Antiheldin Mia, die zielstrebig ihre Rache verfolgt und dabei dennoch ihren Moralvorstellungen treu bleibt!

Sie nahm die angebotene Hand, und er zog sie aus dem Staub. Ihr Mund war trocken, ihr Herz klopfte. Mordlust und Begierde pulsierten noch durch ihre Adern.“

Als Besonderheit findet man in diesem Buch „Fußnoten“, die allerhand weiter Informationen zu der Welt von „Nevernight“ enthielten oder witzige, sarkastische Bemerkungen enthielten. Ich mochte die „Fußnoten“ sehr, obwohl sie für den Inhalt der Geschichte nicht relevant waren, boten sie jede Menge Unterhaltung. Zudem fand ich besonders die drei Karten im Buch sehr schön, die uns die komplexe Welt von „Nevernight“ ein wenig näher bringen. Sowas liebe ich!

Jay Kristoff hat einen sehr schönen Schreibstil, der mir gut gefallen hat und den ich bereits in „Illuminae“ kennenlernen durfte. Ganz klar und deutlich, ohne große Umschweife. Er schafft es mit wenigen Worten uns die Geschichte bildhaft vor Augen zu führen und verleitet dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Er verzichtet nicht auf vulgäre Ausdrücke, was wunderbar zu der harten und brutalen Welt passte und schafft es, eine düstere Atmosphäre entstehen zu lassen, die die Geschichte authentisch macht. Durch die zahlreichen neuen Ideen, neuen Charaktere und neuen Orte wird es keine Sekunde langweilig und man kommt kaum dazu, Luft zu holen! Zudem überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse und alles entlädt sich in einem fulminanten Finale. Ich bin schwer begeistert von dem Auftakt der Trilogie und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

REIHE
 

„Nevernight – Die Prüfung“ ist für mich ein großartiger Trilogieauftakt, der mit seiner wunderbar düsteren Atmosphäre, der harten und brutalen Welt und der Antiheldin Mia, die zielstrebig ihre Rache verfolgt und dabei dennoch ihren Moralvorstellungen treu bleibt, besticht. Ein vielschichtiger Weltenwurf, eine spannende Geschichte, der Wunsch nach Rache, Dunkelinn und Schattenbegleiter, Götter, Monster und Legenden und eine todbringende Enklave. Ich konnte diesen ersten Band nicht aus der Hand legen und kann die Reihe nur jedem empfehlen, der eine Heldin erleben möchte, die keine Klischees erfüllt und in einer gut durchdachten Welt für ihre Rache kämpft.

Ich persönlich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, „Nevernight – Das Spiel“, das am 25. April 2018 bei uns erscheint.

Lg
Levenya
Verlag
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Fakten:
Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: FISCHER Tor
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596297575
ISBN-13: 978-3596297573
Preis: 22,99€

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