5 Herzen / Rezension

„Nevernight – Das Spiel“

Nevernight – Das Spiel

2/3
Jay Kristoff verbrachte den Großteil seiner Jugend mit einem Haufen Bücher und zwanzigseitiger Würfel in seinem spärlich beleuchteten Zimmer. Als Master of Arts verfügt er über keine nennenswerte Bildung. Er ist zwei Meter groß und hat laut Statistik noch 13.020 Tage zu leben. Zusammen mit seiner Frau und dem faulsten Jack-Russell-Terrier der Welt lebt er in Melbourne. Jay Kristoff glaubt nicht an Happy Ends. Quelle

„Das Spiel“ ist der 2.Teil  der „Nevernight Trilogie“.

Erster Satz: „Nichts stinkt so übel wie ein Leichnam.“

Klappentext:
»Nevernight – Das Spiel« ist der zweite Band der epischen Fantasy-Serie von »New York Times«-Bestseller-Autor Jay Kristoff.

Die epische Rachegeschichte geht weiter. Nachdem Mia einen der Männer umgebracht hat, die für die Zerstörung ihrer Familie verantwortlich sind, bleiben noch zwei über: Kardinal Duomo und Konsul Scaeva. Beide sind jedoch vor der Öffentlichkeit abgeschirmt und für Mia unerreichbar. Schlimmer noch: Die Rote Kirche selbst scheint Scaeva zu schützen …

Um an ihn heranzukommen, geht Mia ein großes Risiko ein: Sie kehrt der Kirche den Rücken und begibt sich selbst in die Sklaverei, um als Gladiatorin an den Großen Spielen in Gottesgrab teilzunehmen. Mia merkt schnell, dass sie diesmal zu weit gegangen ist, denn auf dem blutigen Sand der Arena gibt es keine Gnade und nur eine Regel: Ruhm und Ehre – oder Tod.

»Nevernight – Das Spiel« ist bildgewaltige Fantasy für die Leser von Anthony Ryan (»Das Lied des Blutes«), Patrick Rothfuss (»Der Name des Windes«), Sarah J. Maas (»Throne of Glass«) und Leigh Bardugo (»Das Lied der Krähen«).

Cover:
Das Cover finde ich auch beim 2. Band ziemlich cool und mich persönlich hat es total angesprochen. Zu sehen ist die Gestalt eines jungen Mädchens, ganz in schwarz gehüllt bis auf den blutroten Umhang. Sie hält zwei blutverschmierte Schwerter iin der Hand und hinter ihr ragen schwere dunkle Schatten auf. Ganz im Hintergrund erkennt man ein Colosseum, was vor allem im Nachhinein super zum Inhalt des Buches passt. Dazu der wunderbare Titel. Ich mag es wirklich sehr und finde, dass es toll die Atmosphäre des Buches widerspiegelt. Außerdem finde ich es sehr schön, dass die Cover so schön zusammen passen! Jetzt freue ich mich schon sehr auf das finale Cover.

Leseprobe 


Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Fischer TOR und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte wird uns erneut aus Sicht von Mia Corvere erzählt, die bereits in jungen Jahren einen schweren Schicksalsschlag erleiden musste, wie wir im ersten Band erfahren. Aufgewachsen als hochgeborene Tochter von Justicus Darius Corvere muss sie erleben, wie ihr Vater des Hochverrats an der Itreyanischen Republik beschuldigt und gehängt wird. Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden auch ihre Mutter und ihr kleiner Bruder gefangen genommen. Mia selbst soll von Soldaten ertränkt werden, doch sie kämpft und ihrer größten Not kommen die Schatten zu ihr und retten ihr das Leben. Fortan ist sie ein Kind der Schatten, eine Dunkelinn, die nur ein Ziel kennt: Rache an den Männern, die ihre Familie zerstört haben.

„Unter fremdem Namen wird sie vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …“ (Klappentext Band 1).

In diesem zweiten Band erfahren wir in Rückblenden zu den aktuellen Ereignissen, was nach dem Überfall auf die Rote Kirche geschehen ist. Nicht nur, dass Mia ausgerechnet Ashlinn wieder über den Weg läuft, zudem erfährt sie eine Wahrheit, die alles woran sie geglaubt hat, ins Wanken bringt. Sie fasst den Entschluss, dagegen vorzugehen und verkauft sich selbst in die Sklaverei, um als Gladiatii Ruhm und Ehre zu erlangen – und so ihrer Rache ein Stück näher zu kommen. Doch was sie dann erlebt und herausfindet, könnte ihre Welt noch dunkler machen, als zuvor …

Mia Corvere ist keine typische Protagonistin und erfüllt keinerlei Klischees. Gerade das hat sie mir so sympathisch gemacht, dass ich gar nicht anders konnte, als sie in mein Herz zu schließen und mit ihr mitzufiebern. Viel zu früh verliert sie auf brutalste Weise ihre gesamte Familie und kommt selbst nur knapp mit dem Leben davon. Hat sie zuvor ein Leben ohne Sorgen geführt, ändert sich das schlagartig. Vergessen sind Wohlstand und eine sorgenfreie Zukunft. Unter anderem Namen, bettelarm und mit gebrochenem Herzen wird sie von Mercurio großgezogen, der sie fortan zur Assassinin ausbildet. Ihr ständiger Begleiter ist Herr Freundlich, die Schattenkatze, die ihre Angst trinkt und sie zu  einer Dunkelinn macht. Als Mia sich auf den Weg zur geheimen Enklave der Roten Kirche macht, scheint sie ihrer Rache an den Männern, die ihre Familie ermordet haben, zum Greifen nahe.

In diesem zweiten Band muss Mia  alles, was sie als Klinge gelernt hat, hinter sich lassen, um als Gladiatii zu überleben. Sie lernt eine völlig neue Welt kennen und bekommt dabei auch einen neuen Blick auf das System der Itreyanischen Republik. Zudem setzt sie sich immer mehr mit ihrer Familiengeschichte auseinander und muss dabei erkennen, dass sie weniger über ihre Familie wusste, als sie immer angenommen hat und die Wahrheiten, die dabei  ans Licht kommen, sind alles andere als  erfreulich.

Mia ist sehr leidenschaftlich und temperamentvoll, was sie oft erst handeln und dann nachdenken lässt. Auch kann sie ihr Mundwerk nur schwer im Zaum halten, aber gerade das macht sie mir so sympathisch. Sie setzt alles daran, um ihrer Rache nachzukommen und bringt dafür große Opfer. Fest entschlossen, knallhart und schlagfertig macht sie sich auf den Weg und verkauft sich in diesem Band sogar selbst in die Sklaverei. Sie ist nicht nett, launisch und hat eine sehr rüpelhafte Art an sich, was mich aber oft zum Schmunzeln brachte. Obwohl sie immer wieder beteuert, niemanden zu mögen und keinen an sich heran zu lassen, ist sie doch die einzige Assassinin, die ein viel zu großes Herz hat und Mitgefühl zeigt. Im Verlauf der Geschichte lernen wir Mia, ihrer Vergangenheit und ihre Beweggründe immer besser kennen. Auch Mia erfährt mehr und mehr, wer sie ist, was es heißt, eine Dunkelinn und Assassinin zu sein und muss sich entscheiden, wer sie zukünftig sein will. Ich mochte ihre Entwicklung bereits im ersten Band sehr und bin begeistert, was sie in diesem Band noch alles dazugelernt hat. Ihre Persönlichkeit und ihr Charakter werden immer facettenreicher, abgerundeter und authentischer. Ich bin total gespannt, was wir in den nächsten beiden Bänden von ihr sehen werden. Denn Mia ist keine Heldin im klassischen Sinne. Vielmehr eine Antiheldin mit einem großen Mundwerk, Dunkelheit in sich und einer gewaltigen Aufgabe. Ich bin ein Mia-Fan.

Auch die übrigen zahlreichen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Der Autor lässt jede Menge Charaktere entstehen, die in Mias Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Rolle spielen. Man lernt stetig neue Personen kennen und erst hatte ich das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Aber der Autor schafft es ganz wunderbar, alle miteinander zu verweben, jedem genügend Raum zu geben und wirklich sehr interessante, kreative und abwechslungsreiche Charaktere zu erschaffen.
Sei es nun Herr Freundlich, die Schattenkatze, Leona, die arrogante Sklavenhalterin oder Ashlinn, die Kriegerin mit blonden Zöpfen. Alle Charaktere müssen in diesem Band alles geben, über sich hinaus wachsen und alles daran setzen, um auf  dem Sand zu überleben. Je weiter wir im Buch fortschreiten, umso mehr erfahren wir über die einzelnen Charaktere und umso mehr wachsen sie zusammen. Ich bin gespannt, wie sie sich im finalen Teil machen werden. Die Charaktere verleihen der Geschichte genau die richtige Dynamik.

„Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, die Helden fürchten.“
Nevernight – Die Prüfung

Der Weltenwurf ist wirklich sehr vielfältig, facettenreich und wunderbar düster. Der Autor hat die Welt, in der wir uns mit Mia befinden, sehr gut ausgearbeitet, sodass ich sie mir mühelos vorstellen konnte. Von der umfangreichen Mythologie, den verschiedenen Ländern, Kulturen, Sitten und Bräuchen, den Legenden, den Systemen und Armeen bis hin zu den unterschiedlichsten Menschen war alles sehr gut durchdacht, in sich schlüssig und fügte sich perfekt in das Gesamtgeschehen der Welt ein.
Zusammen mit Mia tauchen wir im ersten Band ein in das Leben im Dienste der Roten Kirche und lassen uns zur Assassinin – zur Klinge –  ausbilden. Mir hat die Enklave sehr gut  gefallen mit ihren verschiedenen Unterrichtsfächern, der Gnadenlosigkeit und dem dunklen Dienst an der Göttin des Todes. Auch den Aspekt der Dunkelinn und den Schattenbegleitern hat mir sehr gut gefallen. In ihrer größten Not ging Mia die Verbindung mit der Dunkelheit ein und machte sie seitdem zu etwas ganz besonderem, etwas Dunklem. In diesem Band gelangen wir mit Mia in ein vollkommen neues Setting und landen in der Gladiatorenarena. Auch hier schafft es der Autor wieder mühelos, das neue Setting vor dem Auge entstehen zu lassen und beweist dabei sehr viel Kreativität, Erfindungsgeist und Anschaulichkeit. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel erzählen, um nicht zu spoilern, aber für mich war es eine sehr erfrischende Idee, die ich mit Spannung verfolgt habe. Ich bin sehr neugierig, was wir im Finale noch erfahren werden.

„Nevernight“ besticht für mich mit seiner wunderbar düsteren Atmosphäre, der harten und brutalen Welt und der Antiheldin Mia, die zielstrebig ihre Rache verfolgt und dabei dennoch ihren Moralvorstellungen treu bleibt!

„Das war jetzt ihre Welt. Leben und Tod, nur einen Schwertstreich voneinander getrennt. Und jeder Streich brachte sie einen Schritt näher an ihre Rache.“
Nevernight – Das Spiel

Als Besonderheit findet man auch in diesem Buch „Fußnoten“, die allerhand weiter Informationen zu der Welt von „Nevernight“ enthielten oder witzige, sarkastische Bemerkungen enthielten. Ich mochte die „Fußnoten“ sehr, obwohl sie für den Inhalt der Geschichte nicht relevant waren, boten sie jede Menge Unterhaltung. Zudem fand ich besonders die Karten im Buch sehr schön, die uns die komplexe Welt von „Nevernight“ ein wenig näher bringen. Sowas liebe ich!

Jay Kristoff hat einen sehr schönen Schreibstil, der mir gut gefallen hat und den ich bereits in „Illuminae“ kennenlernen durfte. Ganz klar und deutlich, ohne große Umschweife. Er schafft es mit wenigen Worten uns die Geschichte bildhaft vor Augen zu führen und verleitet dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Er verzichtet nicht auf vulgäre Ausdrücke, was wunderbar zu der harten und brutalen Welt passt und schafft es, eine düstere Atmosphäre entstehen zu lassen, die die Geschichte authentisch macht.

Durch die zahlreichen neuen Ideen, neuen Charaktere und neuen Orte wird es keine Sekunde langweilig und man kommt kaum dazu, Luft zu holen! Zudem überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse und alles entlädt sich in einem fulminanten Finale. Ich bin schwer begeistert von dem zweiten Band der Trilogie und freue mich schon sehr auf das Finale.

REIHE
Nevernight – Die Prüfung
Nevernight – Das Spiel
Nevernight – ?

„Nevernight – Das Spiel“ ist für mich ein großartige Fortsetzung, die abermals mit ihrer wunderbar düsteren Atmosphäre, der harten und brutalen Welt und der Antiheldin Mia, die zielstrebig ihre Rache verfolgt und dabei dennoch ihren Moralvorstellungen treu bleibt, besticht. Ein vielschichtiger Weltenwurf, eine spannende Geschichte, der Wunsch nach Rache, Dunkelinn und Schattenbegleiter, Götter, Monster und Legenden und eine todbringende Enklave. Ich konnte diesen zweiten Band nicht aus der Hand legen und kann die Reihe nur jedem empfehlen, der eine Heldin erleben möchte, die keine Klischees erfüllt und in einer gut durchdachten Welt für ihre Rache kämpft.

Ich persönlich freue mich schon sehr auf den finalen Band, „Darkdawn“, das im September 2019 in den USA erscheint und dann hoffentlich auch bald bei uns.

Lg
Levenya

Meine Wertung:

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Fakten:
Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: FISCHER Tor
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596297591
ISBN-13: 978-3596297597
Preis: 22,99€

 

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