
Red Rising – Im Haus der Feinde

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Nach dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür leider an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit verschiedenen Jobs in der Medienbranche. Seine Red-Rising-Saga wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A. Quelle
Weiterlesen: Red Rising – Im Haus der FeindeIch werde sterben. Du wirst sterben. Wir werden alle sterben, und das Universum wird sich nicht darum scheren. Alles, was wir haben, ist dieser Schrei in den Wind – wie wir leben. Wie wir gehen. Und wie wir dastehen, bevor wir fallen.
Klappentext: Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall.
Cover: Der rot brennende Flügel aus dem ersten Band ist zu einem goldenen, brennenden Federkranz geworden. Dies stellt die Weiterentwicklung von Darrow dar – nun ein goldener, trotzdem noch mit den „Flügeln“ seiner Vergangenheit und gegen die Elite ankämpfend. Ich finde das Cover sehr gelungen und passend.
Meinung: Bei „Red Riding – im Haus der Feinde“ handelt es sich um den zweiten Band der Original-Trilogie. Darrow hat die Akademie überstanden und muss sein erworbenes Wissen nun anwenden. Während er weiter versucht, die goldene Elite zu infiltrieren und von innen heraus zu zerstören, muss er sich weiter von seinen Ausbildern beweisen und sein Geheimnis um seine Herkunft bewahren. Denn obwohl er an der Akademie Freunde gefunden hat – wer von ihnen würde noch sein Freund bleiben, wenn sie wüssten, wo er herkommt und was er vor hat?
In diesem Band erfahren wir, wer der Kopf hinter den Rebellen ist und wer ein wahrer Freund oder Feind von Darrow ist. Dabei bleibt der Leser lange im Unklaren – ich konnte oft nicht bis zum Verrat oder der Loyalitätsbekundung durch Taten erkennen, wer Darrow tatsächlich freundlich oder feindlich gesinnt ist.
In diesem Band nimmt der „wahre“ Konflikt zwischen den einzelnen Kasten der Menschen und der Regierung an Fahrt auf. Wir lernen neue Figuren kennen und müssen uns von einigen verabschieden. Und es gibt viele, ausgedehnte Kämpfe.
Leider sind es genau diese Kämpfe, die das Buch in meinen Augen etwas zu langatmig haben werden lassen. Teilweise habe ich vorgeblättert und mehrere Seiten übersprungen, weil ich dachte „komm endlich zum Punkt“. So ging es mir aber auch schon in z. B. Animes, in denen ich viele ausgedehnte Kampfszenen oder -episoden gerne auslasse. Wer Kampfszenen mag, wird hier auf seine Kosten kommen, andererseits könnte das Lesen ggf. ein bisschen zäh werden.
Und auch, wenn ich bei den Charakteren oft im Voraus nicht erkennen konnte, wer Freund oder Feind von Darrow ist, so bleiben die Charaktere für mich auch im zweiten Buch leider etwas farblos. Darrow ist der Hauptcharakter, ich fühle aber nicht wirklich mit ihm mit. Und auch Mustang und andere können mich nicht so richtig abholen. Lediglich Victra, die in diesem Band neu dazukommt, und Cassius konnten mich bisher richtig abholen – und ich bete, dass diese beiden Charaktere uns im nächsten Buch noch sehr weit begleiten. Bei Red Rising weiß man schließlich nicht, welcher Charakter ggf. noch das Zeitliche segnen muss.
Das Ende des Buches war großartig geschrieben und hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt noch weiterlesen musste.
Insgesamt war „Red Rising – im Haus der Feinde“ unterhaltsam, aber ohne große Höhepunkte oder viel empathisches Mitfühlen mit den Charakteren, was ich wirklich vermisst habe. Wer atmosphärische Sci-Fi sucht, ohne auf einer tieferen Ebene mit den Charakteren mitfühlen zu wollen, ist bei Red Rising gut aufgehoben. Wer auch die Gefühlsebene sucht, wird vielleicht ein bisschen enttäuscht sein. Trotz allem auch für mich gute Unterhaltung – es gibt von mir 4 von 5 Herzen.

Fakten zur deutschen Ausgabe: Verlag: Heyne // 576 Seiten // ISBN: 978-3-453-53442-1 // 17,00 €

